Reizüberflutung
In unserer schnelllebigen, reizintensiven Welt geraten immer mehr Menschen an ihre Belastungsgrenzen. Reizüberflutung beschreibt einen Zustand, in dem das Nervensystem mit zu vielen Eindrücken gleichzeitig konfrontiert ist – sei es durch Lärm, soziale Interaktionen, digitale Medien oder emotionale Anforderungen. Die Folge: Anspannung, Rückzug, emotionale Erschöpfung.
Was ist Reizüberflutung?
eizüberflutung bedeutet, dass das Gehirn mehr Informationen verarbeiten muss, als es bewältigen kann. Dabei handelt es sich nicht nur um äußere Reize wie Geräusche, Licht oder Gespräche – auch emotionale Reize, Erwartungen und soziale Interaktionen können überfordern.
Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit ADHS, Hochsensibilität, Autismus-Spektrum oder chronischem Stress verwendet – betrifft aber grundsätzlich jeden Menschen, der über längere Zeit zu wenig Regenerationsräume hat.

Ursachen für Reizüberflutung:
Reizüberflutung entsteht oft durch eine Kombination mehrerer Faktoren:
- Dauerhafte Sinnesreize (Lärm, Bildschirmzeit, Großraumbüros)
- Multitasking und ständige Erreichbarkeit
- Emotionale Überforderung durch Konflikte, hohe Erwartungen, Perfektionismus
- Fehlende Pausen und Reizfilter im Alltag
- Besondere neurologische Veranlagungen, z. B. bei ADHS oder Hochsensibilität
- Fehlende Abgrenzung in sozialen oder beruflichen Rollen
- Digitalisierungsfolgen: Durch Smartphones, soziale Medien und permanente Benachrichtigungen sind wir nahezu rund um die Uhr Reizen ausgesetzt. Die ständige Informationsflut und das Gefühl, immer verfügbar sein zu müssen, überfordern das Nervensystem und fördern chronische Anspannung.
Symptome einer Reizüberflutung – wie kann ich diese erkennen?
Die Anzeichen sind vielfältig – oft diffus und schwer zuzuordnen. Häufige Symptome:
- Schnelle Gereiztheit, Überreaktionen
- Konzentrationsprobleme, „Gehirnnebel“
- Rückzug, Bedürfnis nach Ruhe oder Alleinsein
- Kopfschmerzen, Verspannungen, innere Unruhe
- Schlafstörungen, ständiges Gedankenkreisen
- Gefühl von „Ich kann nicht mehr“ oder „Alles ist zu viel“
Langfristig kann Reizüberflutung in Erschöpfungszustände, Burnout oder depressive Episoden münden.
Behandlung einer Reizüberflutung in Berlin Steglitz:
In der Psychotherapie geht es nicht nur darum, Symptome zu lindern – sondern auch, die individuellen Ursachen zu verstehen und einen neuen Umgang mit Reizen und Belastungen zu entwickeln.
Mögliche Schwerpunkte:
- Psychoedukation: Was passiert im Nervensystem?
- Reizschutzstrategien im Alltag (z. B. Reizmanagement, Strukturierung)
- Selbstfürsorge und Achtsamkeit
- Emotionale Regulation und Abgrenzung
- Identifikation innerer Antreiber („Ich muss funktionieren“)
- Arbeit an Selbstwert und Selbstmitgefühl
Sie leiden unter Reizüberlastung? Wir beraten Sie gerne vertraulich und unverbindlich in einem Erstgespräch in unserer Praxis in Berlin Steglitz-Zehlendorf.
Hilfe und Tipps für Betroffene und deren Angehörige:
Betroffene:
- Plane bewusste Ruhezeiten ohne Reize (kein Handy, keine Gespräche)
- Vermeide Multitasking – lieber eins nach dem anderen
- Nutze Noise-Cancelling-Kopfhörer oder Ohrstöpsel in reizvollen Umgebungen
- Bewegung und Natur helfen, das Nervensystem zu regulieren
- Lerne deine Reizgrenzen kennen – und nimm sie ernst
- Erlaube dir Rückzug, ohne dich zu rechtfertigen

Angehörige:
- Nimm Reizüberflutung ernst – sie ist kein „Zickigkeit“ oder „Empfindlichkeit“
- Frage: „Was brauchst du gerade?“ statt zu bewerten
- Unterstütze beim Schaffen reizfreier Räume
- Reduziere gemeinsame Aktivitäten in reizreichen Zeiten
- Ermutige zur therapeutischen Unterstützung