Somatisierung: Wenn die Seele den Körper sprechen lässt

Viele Menschen leiden unter körperlichen Beschwerden, für die keine eindeutige medizinische Ursache gefunden werden kann. Häufig beginnt dann eine Odyssee durch Arztpraxen – ohne klare Diagnose. In solchen Fällen könnte eine sogenannte Somatisierung vorliegen.

In unserer psychologischen Praxis begegnen wir diesem Phänomen regelmäßig – und bieten Ihnen als therapeutischen Weg u. a. die Somatic Experiencing® (SE)-Methode an, eine körperorientierte Form der Traumatherapie.

Was ist Somatisierung?

Somatisierung beschreibt das Auftreten körperlicher Symptome, die nicht ausreichend durch organische Befunde erklärt werden können, aber in einem engen Zusammenhang mit seelischer Belastung stehen. Der Körper drückt aus, was mit Worten oft schwer zu fassen ist: innere Anspannung, Stress, emotionale Konflikte oder unverarbeitete Erfahrungen.

Typisch ist, dass sich die Beschwerden real und belastend anfühlen – obwohl keine organische Ursache gefunden wird.

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Mögliche Ursachen :

Somatisierung entsteht oft unbewusst. Häufige Hintergründe sind:

  • Chronischer Stress im Beruf oder Privatleben
  • Unverarbeitete traumatische Erlebnisse
  • Emotionale Konflikte, die nicht offen ausgetragen werden
  • Erlernte Verhaltensmuster (z. B. übermäßige Leistungsorientierung, Selbstverleugnung)
  • Frühe Kindheitserfahrungen, z. B. emotionale Vernachlässigung
  • Angst vor Krankheiten oder übermäßige Körperbeobachtung

Diese psychischen Belastungen können sich über die Zeit in körperlichen Symptomen manifestieren – häufig ohne dass Betroffene sich der seelischen Ursache bewusst sind.

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Häufige Symptome bei Somatisierung:

Die Beschwerden können vielfältig sein und verschiedene Organsysteme betreffen. Häufig genannte Symptome sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Reizdarm, Übelkeit)
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Muskelschmerzen, Verspannungen, Rückenschmerzen
  • Herzrasen oder Druck auf der Brust
  • Atembeschwerden ohne Lungenbefund
  • Schlafstörungen, Erschöpfung
  • Schwindel, Tinnitus, Kribbeln oder Taubheitsgefühle

Diese Beschwerden sind oft wechselhaft, treten in unterschiedlichen Situationen auf und belasten den Alltag stark.

Behandlungsmöglichkeiten – was wir Ihnen anbieten

Die gute Nachricht: Somatisierung ist behandelbar – insbesondere, wenn Körper und Psyche ganzheitlich betrachtet werden.

In unserer Praxis arbeiten wir unter anderem mit der Methode des Somatic Experiencing® (SE). Diese körperorientierte Therapieform wurde von Dr. Peter Levine entwickelt und setzt dort an, wo Worte oft nicht ausreichen: im Nervensystem.

Was ist Somatic Experiencing®?

SE hilft dabei, tief im Körper gespeicherte Spannungen und unverarbeitete Stressreaktionen zu lösen. In achtsamen Einzelsitzungen lernen Sie, wieder in Kontakt mit Ihrem Körper zu kommen, innere Sicherheit aufzubauen und Stressreaktionen abzubauen – ohne das Erlebte erneut durchleiden zu müssen.

Diese Methode eignet sich besonders für Menschen mit:

  • chronischen Schmerzen
  • unerklärlichen körperlichen Symptomen
  • Traumaerfahrungen
  • hoher Stressbelastung

Je nach persönlicher Situation können auch ergänzende Methoden wie Gesprächstherapie, achtsamkeitsbasierte Verfahren oder Verhaltenstherapie sinnvoll sein. In einem ersten Gespräch klären wir gemeinsam, welcher Weg für Sie stimmig ist.

Sie leiden unter Somatisierung? Wir beraten Sie gerne anonym und unverbindlich in einem Erstgespräch.

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Hilfe und Tipps für Betroffene und deren Angehörige:

Betroffene:

  • Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst – auch wenn medizinisch “nichts gefunden” wurde, heißt das nicht, dass “nichts ist”.
  • Beobachten Sie, wann und in welchen Situationen die Symptome auftreten – das kann Hinweise auf seelische Auslöser geben.
  • Suchen Sie psychologische Unterstützung, wenn Sie sich überfordert fühlen oder die Beschwerden Ihren Alltag stark beeinträchtigen.
  • Vermeiden Sie Schuldgefühle – Somatisierung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis darauf, dass Ihr Körper Hilfe braucht.
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Angehörige:

  • Nehmen Sie die Beschwerden ernst – sagen Sie niemals “Das ist doch nur psychisch”, das kann verletzend wirken.
  • Hören Sie zu, ohne sofort Lösungen anzubieten.
  • Ermutigen Sie zur therapeutischen Unterstützung, aber drängen Sie nicht.
  • Informieren Sie sich selbst über das Thema, um besser zu verstehen, was Ihr Angehöriger durchmacht.

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